Über mich
Steckbrief
Geburtsdatum: 27. Juli 1975
Geburtsort: Wiesbaden
Größe: 172 cm
Gewicht: 57 kg
Augenfarbe: grün
Haarfarbe: braun
Beruf: Polizeikommissaranwärterin
Hobbies: Reisen, Lesen, Fotografieren
Aktiv seit: Sommer 1983
Trainer: Nikolai Evseev
Verein: SSV Undine Mainz 08
Trainingsstunden pro Jahr: 1.800
Schwimmstrecke pro Jahr: 3.200 km - 3.500 km
Schwimmstrecke bis zum Ende der Karriere in Summe: 60.000 km
(rund das anderthalbfache des Erdumfangs)
Angela über ihr Schwimmen
Die Strecken:
- 10km
- 25km
- Der Wettkampf
- Das Wasser
- Die Ziele
10km-Strecke
"Die 10 Kilometer-Strecke ist inzwischen meine bevorzugte Wettkampfstrecke. Schon alleine deshalb, weil es zugleich die olympische Disziplin ist.
Beim Olympia-Debüt der Freischwimmer-Strecke 2008 in Peking konnten Frauen über 10 Kilometer starten - wenn ich in London 2012 an den Start gehen will,
stehen ebenfalls die 10 Kilometer auf dem Wettkampfplan.
Ich brauche rund zwei Stunden, um die Strecke im Freiwasser zu absolvieren. Das bedeutet eine
Geschwindigkeit über Grund von ziemlich exakt 5 km/h, was in etwa der Lauf-Geschwindigkeit eines Amateur-Marathon-Läufers entspricht."
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25km-Strecke
Wann bist Du das letzte Mal 25 Kilometer gelaufen?
"25 Kilometer im Freiwasser sind lang. Sehr lang. Früher bin ich die Strecke unter Wettkampfbedingungen vier bis sechsmal im Jahr geschwommen,
inzwischen nur noch einmal. Ich brauche dafür fünfeinhalb bis sechs Stunden, in Abhängigkeit von den Bedingungen vor Ort.
Bis zu sechs Stunden kraulen.
Gegen den Wellengang ankämpfen. Deine Konkurrentinnen beobachten,
immer wieder etwas essen, dich selbst beobachten,
die Gedanken nicht zu
weit abgleiten lassen, konzentriert bleiben - und dann im Finish noch einmal alles geben, um vielleicht einen Wimpernschlag später
oder früher als die Konkurrenz anzuschlagen."
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Der Wettkampf
"Immer wieder werde ich gefragt, was man die ganze Zeit im Wasser macht? Nun, zuerst einmal ist festzuhalten, dass sich die Frage im Wettkampf weitaus seltener stellt.
Im Training, das du alleine absolvierst, bist du mit dir allein. Musst den inneren Schweinehund überwinden, immer wieder aufs Neue.
Wenn ich im Wasser bin,
denke ich an meinen Sohn, an irgendwelche Ereignisse und Geschehnisse, horche in mich hinein, achte auf meine körperliche Verfassung. Im Wettkampf gilt letzteres
natürlich noch vielmehr. Du beobachtest dann die Gegner und dich selbst, achtest darauf, taktisch zu schwimmen und bereitest dich in der letzten Stunde auf das Finish
vor und
alle 20 Minuten gilt es Nahrung aufzunehmen - all das muss routiniert ablaufen. Und schließlich sind um die 20 bis 25 Schwimmerinnen im Wasser. Ich schwimme bevorzugt
im Pulk und im Sog anderer Schwimmer, so sparst Du bis zu 30 Prozent Energie. Du musst allerdings dabei sein, wenn vorne die Post abgeht. Am Ende sind noch fünf oder sechs
Konkurrentinnen im Wasser. Es gibt einen engen Körperkontakt und manches spielt sich auch unter der Wasseroberfläche ab, was keiner sieht ..."
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Das Wasser
"Ich mag Wasser. Wenn man darin abtaucht, kann man Probleme lösen und ist für sich alleine. Freiwasserschwimmen heißt in Seen, Flüssen, Kanälen oder
im Meer zum Wettkampf antreten.
Wind, Wellengang, Temperatur - das ist für alle Schwimmer gleich angenehm oder unangenehm. Allerdings kommt jeder unterschiedlich gut damit klar. Ich bevorzuge das Salzwasser - schon alleine wegen
des Auftriebs. Salzwasser bietet einfach ein besseres Wassergefühl. Wenn es allerdings zu wellig wird, mag ich es auch nicht mehr.
Bei der Weltmeisterschaft 2009 in Rom hatten wir alle mit
den Wellen zu kämpfen. Knapp sechs Stunden lang. Und von Runde zu Runde wurde es
rauer. Zweieinhalb Kilometer ging die Runde im Hafen von Ostia.
Du schaust auf die Führungsboote und
wartest auf die Wendeboje.
Auch zu kaltes Wasser ist nicht wirklich "mein Ding". Bei weniger als 20 Grad wird es mir einfach zu kühl. Wettkämpfe finden allerdings in bis zu
16 Grad warmem oder besser gesagt
kaltem Wasser statt. Bei mehr als
30 Grad Wassertemperatur wird auch nicht mehr geschwommen.
Ich habe einen großen Respekt vor dem Lebensraum Wasser.
Die Bedingungen können sich hier innerhalb von Minuten ändern.
In meinem Leben bin ich schon einmal um den Erdball
geschwommen und liebe das Wasser - aber ich gehe nie allein in ein mir fremdes Gewässer.
Es ist einfach zu gefährlich. Du weißt nie, was es für Strömungen oder
Strudel gibt. Als Kind habe ich die gleiche Angst wie viele andere Menschen
vor dunklem Wasser gehabt. Auch ich habe immer gedacht, was da eventuell unter mir schwimmt? Die Macht der Gewohnheit hat diese
Angst schwinden lassen. Aber nie den Respekt."
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Die Ziele
"Bei Olympia 2012 in London gibt es 25 Startplätze. Mein erstes Ziel ist folglich, erst einmal einen dieser Startplätze zu erkämpfen.
Dafür muss ich bei der Weltmeisterschaft 2011 im Juli in Shanghai auf der 10-Kilometer-Distanz unter die ersten 10 kommen, dann bin ich automatisch qualifiziert.
Bislang gab es nur drei Olympiamedaillen für Freiwasser-
schwimmerinnen zu gewinnen. In London werden die nächsten drei Olympia-Medaillen vergeben. In Peking landete ich auf Platz 4.
In London will ich eine Medaille. Ich trainiere nicht noch einmal vier Jahre, um nochmals Vierte zu werden."
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